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Energiemarkt im Wandel: RWE und E.ON machen es vor

23.03.2018
Energieversorger

Der deutsche Energiemarkt stellt sich neu auf. Dies zeigt nicht nur die aktuelle Aufspaltung von innogy zwischen RWE und E.ON: Die RWE-Tochter soll zwischen den Konzernen aufgeteilt werden und RWE eine Minderheitsbeteiligung an E.ON erhalten. Die Energieversorger teilen zudem verschiedene Kompetenzfelder unter sich auf.

RWE könnte sich dann auf die Stromproduktion fokussieren und E.ON auf das Netzgeschäft mit Strom und den Vertrieb. Die Börse reagierte euphorisch auf die Ankündigung ließ die Innogy Aktie in die Höhe schnellen. Die klare strategische Ausrichtung und Neuordnung sorgt für Vertrauen bei den Anlegern.

Im Gegensatz dazu musste der Hamburger Stromversorger Enversum kürzlich Insolvenz anmelden. Die Versorgung der Kunden wird von den lokalen Stadtwerken übernommen. Dabei befinden sich viele Stadtwerke selbst in der Krise. Die zahlreichen Insolvenzen der vergangenen Jahre waren vor einem Jahrzehnt noch völlig undenkbar.

Grund sind schwindende Gewinne und ein hoher Investitionsbedarf in erneuerbare Energien sowie klamme Kassen der Kommunen. Veraltete Strukturen, steigende Serviceanforderungen der Kunden und Erwartungen junger, qualifizierter Arbeitnehmer an potenzielle Arbeitgeber tun ihr übriges.

Auch in Sachen E-Mobilität steht ein rasanter Wandel bevor: Die Diesel-Affäre und die Androhung von Fahrverboten stellen insbesondere für Unternehmen mit Flottenfahrzeugen ein unkalkulierbares Risiko dar. Es ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis die Fahrzeugrichtlinien der Arbeitgeber für Dienstwagen nur noch E-Fahrzeuge vorgeben.

Die Entwicklung intelligenter Technologien, also SMART Energy, ist ein weiterer Faktor, der den Wandel des Energiemarktes vorantreibt. Dies erfordert die Überlegung, wie einzelne Anwendungen intelligent verknüpft werden können sowie die Steuerung eines bedarfsgerechten Energieverbrauchs (demand-site-management). All dies geschieht unter immer stärker werdendem Kostendruck und erfordert grundlegenden Wandel.

Strategische Ausrichtung: Die aktuellen Marktveränderungen erfordern eine moderne Organisation bei Energieversorgern und -dienstleistern, wie die Neuausrichtung von RWE und E.ON zeigt. Deren strategische Ausrichtung wurde massiv geändert, um den Herausforderungen des Marktes gerecht zu werden.

Technische Entwicklung: Netze, Infrastruktur, Energieerzeugung, Systemunterstützung, Digitalisierung – all das sind Themen, die ein umfassendes und zukunftsfähiges Konzept benötigen. Die Umsetzung dessen ist kurzfristig nötig und erfordert in fast allen Organisationseinheiten strukturierte und konsequente Maßnahmen.

Organisationskultur: Kommunale und alt eingefahrene Organisationen, die auch einer entsprechenden sozialen Verantwortung gerecht werden müssen, gilt es in eine moderne, offene, junge und flexible Kultur zu wandeln, in der die Neuerungen der Zeit mit motivierten Mitarbeitern realisiert werden können.

Ablauforganisation: Effektive Abläufe mit klaren Schnittstellen und optimaler Systemunterstützung sind notwendig, um die internen Energien auf alle anderen Themen konzentrieren zu können sowie den Servicegedanken in den Fokus zu stellen. Die notwendigen Effizienzen sind nur zu stemmen, wenn die Ablauforganisation diesem Anspruch gerecht wird und durch operative Kennzahlen Transparenz aufweist.

Aufbauorganisation: Die klassisch hierarchische Organisationsform gilt es zu verändern, um den Anforderungen der jüngeren Generationen gerecht zu werden und Flexibilität zu beweisen.

All diese Themen sind keine Selbstläufer, sondern jedes für sich ist bereits eine echte Herausforderung. Zusammen sind sie nur lösbar, wenn sie als ein vernetztes Organisationsprojekt betrachtet werden. So kann der Wandel des Energiemarktes gelingen und die Energiebranche sich erfolgreich neu ordnen.

 

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