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Digitalisierung für Industrie 4.0 unverzichtbar

05.02.2016
Digitalisierung für Industrie 4.0

digitalisierung für industrie unverzichtbar

Digitale Technologien haben einen umfassenden strukturellen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft ausgelöst. Inzwischen kommen in nahezu allen Bereichen des wirtschaftlichen Handelns Computer zum Einsatz. Die industrielle Fertigung in Deutschland ist in einem hohen Maße automatisiert und kaum eine wirtschaftliche Transaktion wird noch ohne digitalen Prozess ausgeführt. Die Digitalisierung ist jedoch längst noch nicht abgeschlossen. In der industriellen Produktion wird in den kommenden Jahren vielmehr mit einer weiteren Beschleunigung, der vierten industriellen Revolution, gerechnet. Eine breite Umsetzung der sogenannten Industrie 4.0 bietet Volkswirtschaften zahlreiche Wachstumspotentiale, birgt aber auch Risiken. In jedem Fall ergeben sich durch die Transformation weitgreifende Veränderungen für die Art des Wirtschaftens.

 

Ein wesentliches volkswirtschaftliches Potenzial liegt in der Steigerung von Effizienz und Produktivität durch Industrie 4.0. Somit ist die erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0 ein wichtiger Baustein, um zukünftige Herausforderungen wie zum Beispiel den demografischen Wandel oder den Fachkräftemangel besser zu bewältigen. Des Weiteren bieten die mit Industrie 4.0 assoziierten Technologien Voraussetzung für eine Vielzahl von neuen Geschäftsmodellen. In Zukunft werden nicht nur Menschen, sondern weltweit rund 50 Milliarden Geräte miteinander vernetzt sein. Und darin liegt die Chance für Deutschland. Denn in dieser zweiten Welle der weltweiten Digitalisierung geht es um das Herz der deutschen Wirtschaft, den Anlagen- und Maschinenbau sowie die Fertigungsindustrie. Das sind diejenigen Branchen, die uns durch ihre Qualität und Ingenieurskunst zum Exportweltmeister gemacht haben.

Eine fundamentale Transformation der industriellen Wertschöpfungsprozesse, wie sie im Rahmen von Industrie 4.0 erwartet wird, ist sowohl mit Chancen als auch mit gewissen Risiken verbunden. Neben Gewinnern kann es daher auch Verlierer geben. Das gilt für einzelne Unternehmen, aber auch ganze Branchen. Die Sorge ist verständlich, denn wenn Wertschöpfungsketten miteinander vernetzt sind, müssen alle Beteiligten sich auf Qualitätsstandards einigen, weil sonst der Schwächste die ganze Kette lahmlegt. Sicherheit, Qualität, Zuverlässigkeit sind der Schlüssel dafür, dass digitale Geschäftsmodelle hierzulande erfolgreich sind. Nur diejenigen, die die neuen Technologien unter Berücksichtigung von Sicherheit und Qualität rasch zum Einsatz bringen, werden die Gewinner der nächsten Digitalisierungsrunde sein.

Nur wenn IT nicht mehr in der dafür vorgesehenen Abteilung stattfindet, sondern auch auf der Vorstandsetage, können Entscheidungen getroffen werden. Dass Deutschland mit seiner starken Fertigungsindustrie hier eine gute Chance hat, zeigt sich auch daran, dass immer mehr Unternehmen eigene digitale Divisionen ins Leben rufen. Die Firma MAN investiert zum Beispiel in diesem Jahr ein Zehntel des Budgets von Forschung und Entwicklung für Digitalisierung – insgesamt rund 43 Millionen Euro. MAN-Chef Joachim Drees hat jene Mitarbeiter, die an neuen Ideen fernab des klassischen Geschäfts tüfteln sollen, bewusst außerhalb des Konzern-Hauptquartiers angesiedelt. Abgesehen von dem Zukunftslabor „X-Lab“ hat MAN auch einen Standort in der Parkstadt Schwabing aufgebaut, wo die Softwareriesen IBM und Microsoft ihre neuen Deutschlandzentralen gebaut haben. „So gewinnen wir auf unserem Weg zum digitalen Unternehmen Menschen, die mit traditionellem LKW-Geschäft heute nichts am Hut haben“, erklärt Drees.

In Sachen Digitalisierung scheint die deutsche Wirtschaft zwar grundsätzlich auf Kurs zu sein – bei den konkreten Investitionen aber hapert es: So geben die befragten Unternehmen im weltweiten Durchschnitt an, 1,0 Prozent ihres Jahresumsatzes in Digitalisierung investieren zu wollen – das entspricht im Durchschnitt einem absoluten Wert von 29 Millionen Euro je befragtes Unternehmen. In Deutschland hingegen soll deutlich weniger investiert werden: 0,8 Prozent des Umsatzes bzw. 22 Millionen Euro. Weltweiter Spitzenreiter sind die Schweizer Unternehmen, die im Durchschnitt planen, 1,6 Prozent ihres Umsatzes bzw. 44 Millionen Euro zu investieren. Neben den Schweizer Unternehmen wollen auch die schwedischen (39 Millionen Euro), die südkoreanischen (36 Millionen Euro), die indischen (31 Millionen Euro) und die US-amerikanischen Unternehmen (30 Millionen Euro) überdurchschnittlich investieren. Im internationalen Vergleich relativ wenig Geld in die Hand nehmen wollen die französischen (19 Millionen Euro), die niederländischen und die italienischen Unternehmen (jeweils 18 Millionen Euro). Ähnlich viel wie die deutschen wollen die britischen und chinesischen Unternehmen in diesem Jahr in die Digitalisierung investieren.

Foto: Minerva Studio

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